Die Lampen-Serie entwickelte sich aus meiner langjährigen Auseinandersetzung
mit der Ästhetik der japanischen Teezeremonie,
einer Zen-Kunst. Dieses Konzept eines Gesamtkunstwerks umfasst neben festen Verhaltensregeln
auch eine Ästhetik vom Blumengesteck über Kalligraphie und Malerei
bis zur Architektur. Schon während meines
Architekturstudiums erweckten einige, auch neuere, japanische
Gebäude durch eine schwer fassbare Andersartigkeit mein Interesse. Schnell
stellte sich heraus, dass diese Gebäude eine gemeinsame Wurzel in eben
jener Teezeremonie hatten. Ich musste unbedingt mehr über die Hintergründe
wissen und begann mich zunächst durch Bücher zu informieren. Bald war
mir klar, dass die wesentlichen Inhalte kaum mit der Sprache transportiert
werden können.
Wie konnte ich weiterkommen?
Wie konnte ich erfahren, ob ich überhaupt etwas von der Teeästhetik verstanden hatte?
Ich entschloss mich zu einem Experiment: Angeregt von den Schmucknischen (Tokonoma) der japanischen
Teehäuschen, die je nach Jahreszeit und beabsichtigter Stimmung mit Rollbildern und kleinen Blumengestecken
geschmückt werden, entwickelte ich die Serie Papiergefäße für elektrisches
Licht. Die Leuchten der Serie sind eine westliche Adaption des faszinierenden
Themas.
Leicht austauschbar, wie das Rollbild in der Nische, filtert das
halbdurchlässige Papier das blanke Licht der Glühbirne, färbt es mit
einer Stimmung und projiziert diese auf den Raum und die sich in ihm befindlichen
Menschen.

Papiergefässe für elektrisches Licht